Die perfekte Abdichtung bei jeder Wasserbeanspruchung

Im Neubaubereich ist es in der Regel problemlos möglich das Bauwerk gegen eindringende Feuchtigkeit zu schützen. Je nach Bedarf werden von uns die entsprechenden Maßnahmen durchgeführt.

Bei Abdichtungsmaßnahmen im Bestand, also bei Bauwerken, die schon Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte den Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, kann sich die Problematik weitaus komplexer darstellen. Oft sind die zu behandelnden Flächen nicht mehr zugänglich, da überbaut oder bewachsen. Hier sind oft Bautenschutzmaßnahmen aus dem Gebäudeinneren vorzunehmen. Entscheidend für ein optimales Abdichten eines Bauwerks ist im Vorfeld die Schadensanalyse. Welche Art der Wasserbeanspruchung liegt vor, denn daraus resultiert die Entscheidung über das auf diesen Fall zugeschnittene Abdichtungssystem

Die Wasserbeanspruchung wird gemäß DIN 18195 in den Teilen 4 – 6 nach folgenden vier Lastfällen unterschieden:

 

Die vier Lastfälle

Bodenfeuchte

Bodenfeuchte ist im Erdreich kapillar gebundenes Wasser. Durch Kapillarkräfte dringt es auch gegen die Schwerkraft vor. Bodenfeuchte ist als Mindestbeanspruchung immer im Erdreich vorhanden. Dieser geringste Lastfall kann nur angenommen

werden, wenn das Bau gelände bis zueiner ausreichenden Tiefe unter der Fundamentsohle aus nicht bindigem Boden besteht und Gleiches für das Verfüllmaterial gilt: Also zum Beispiel Sand oder Kies mit einem Durchlässigkeitsbeiwert (K) von mindestens K > 10–4 m/s. Oberflächen- und Regenwasser kann dann bis zum freien Grundwasserstand absickern, ohne hydrostatischen Druck auf die Abdichtung auszuüben.

 

Nichtstauendes Sickerwasser

Nichtstauendes Sickerwasser beansprucht die Abdichtung genauso wie der Lastfall Bodenfeuchte. Um dauerhaft dem Lastfall standzuhalten, muss allerdings ein Dränagesystem im Wand- und Bodenbereich nach DIN 4095 eingebaut werden. Dieses besteht aus einer nach verbindlichen Einbauvorschriften gelegten Ringdränage und Dränelementen im Wandbereich, die zugleich als Schutzschicht der Bauwerksabdichtung fungieren.

 

Zeitweise aufstauendes Sickerwasser

Zeitweise aufstauendes Sicker wasser übt einen hydrostatischen Druck auf die Abdichtung aus. Durch bindigen Boden kann das

Wasser nicht schnell genug zum Grund wasser absickern und staut sich von unten nach oben auf. Die maximale Gründungstiefe liegt bei 3 m unter GOK. Der Bemessungswasserstand muss mindestens 300 mm unter der Unterkante der Boden platte liegen. Er ist möglichst aus langjährigen Beob achtungen zu ermitteln.

 

Von außen drückendes Wasser

Von außen drückendes Wasser ist für die Abdichtung die gleiche Bean spruchung wie der Lastfall Zeitweise aufstauendes Sickerwasser. Im Unterschied dazu liegt der Bemessungswasserstand weniger als 300 mm unter der Unterkante der Bodenplatte. Da kunststoffmodifizierte Bitumenabdichtungen (KMB) in der DIN 18195 für diesen Lastfall nicht er wähnt sind, ist ein gesonderter Bauvertrag nach der VOB Teil C notwendig. Kunststoffmodifizierte Bitumenabdichtungen (KMB) im Kiesol System wer den seit Jahrzehnten für die Abdichtung dieses Lastfalls erfolgreich eingesetzt.